Zum Inhalt

Zertifikats-PIN prüfen

Mit dieser Anleitung prüfen Sie auf Ihrem eigenen Rechner, ob eine PIN Ihre Zertifikatsdatei öffnet. Nutzen Sie sie, bevor Sie ein Postfach in V.ap registrieren, oder wenn V.ap die Registrierung mit einer dieser Meldungen ablehnt:

  • „Zertifikat kann nicht gelesen werden - falsches Passwort oder ungültiges Format"
  • „VHN-Zertifikat kann nicht geöffnet werden - falsche PIN oder ungültiges Format"

Zu einem Postfach gehören bis zu zwei Zertifikatsdateien, jede mit eigener PIN. Prüfen Sie jede Datei mit ihrer PIN:

Datei Postfachart
Postfachzertifikat eBO und beBPo
VHN-Zertifikat nur beBPo

Das Postfachzertifikat heißt je nach Quelle auch Autorenzertifikat; im Registrierungsformular von V.ap steht Author-Zertifikat. Gemeint ist jeweils dieselbe Datei.

Ihre Daten bleiben auf Ihrem Rechner

Die Prüfung läuft vollständig lokal. Weder die Datei noch die PIN werden dabei übertragen.

Voraussetzungen

  • die Zertifikatsdatei (Endung .p12 oder .pfx)
  • die zugehörige PIN
  • ein Befehlsfenster und ein Prüfprogramm, siehe Benötigte Werkzeuge

Benötigte Werkzeuge

Sie brauchen ein Befehlsfenster, in das Sie Befehle eingeben, und ein Programm, das Zertifikatsdateien öffnen kann. Auf allen drei Systemen ist beides in der Regel schon vorhanden.

System Befehlsfenster Prüfprogramm Vorhanden
Windows Windows PowerShell der Befehl Get-PfxData unter Windows 10 und 11 immer
macOS Terminal openssl immer
Linux ein Terminal openssl meist; sonst nachinstallieren

Windows PowerShell ist die Befehlszeile von Windows; Get-PfxData gehört zu ihr. Ist zusätzlich das neuere PowerShell 7 installiert, erscheinen im Startmenü beide – diese Anleitung ist für Windows PowerShell geschrieben.

OpenSSL ist ein weit verbreitetes Programm für Zertifikate und Verschlüsselung. Ob es vorhanden ist, zeigt dieser Befehl im Terminal:

openssl version

Er gibt eine Versionsnummer aus, etwa OpenSSL 3.0.13, unter macOS etwa LibreSSL 3.3.6 – beides ist geeignet. Unter macOS ist openssl immer vorhanden. Meldet Linux stattdessen command not found oder „Befehl nicht gefunden", installieren Sie es über die Paketverwaltung Ihrer Distribution:

Distribution Befehl
Debian, Ubuntu sudo apt install openssl
Fedora, Red Hat sudo dnf install openssl
openSUSE sudo zypper install openssl

Auf Arbeitsplatzrechnern übernimmt das in der Regel Ihre IT-Abteilung.

Werkzeuge mit Beispieldateien ausprobieren

Bevor Sie Ihre eigenen Dateien prüfen, können Sie an zwei Beispieldateien sehen, wie die Ergebnisse aussehen. Die Beispieldateien sind wie echte Zertifikatsdateien aufgebaut, aber selbst ausgestellt und keinem Postfach zugeordnet – für EGVP und V.ap sind sie unbrauchbar.

Beispieldatei PIN
beispiel-postfachzertifikat.p12 Beispiel-1234
beispiel-vhn-zertifikat.p12 Beispiel-5678
  1. Laden Sie beide Beispieldateien herunter.
  2. Prüfen Sie jede Beispieldatei mit ihrer PIN, wie im Abschnitt für Ihr System beschrieben. Das Ergebnis ist jeweils das für eine passende PIN, siehe Ergebnis deuten.
  3. Prüfen Sie eine der Beispieldateien noch einmal mit der PIN der anderen. Jetzt erscheint die Meldung für eine falsche PIN.

Verhalten sich die Werkzeuge so, prüfen Sie auf dieselbe Weise Ihre eigenen Dateien.

Unter Windows prüfen

Sie geben zuerst an, welche Datei geprüft wird, und starten dann die Prüfung mit einem Befehl, den Sie unverändert übernehmen.

  1. Öffnen Sie Windows PowerShell: Startmenü, „PowerShell" eingeben, Windows PowerShell wählen.
  2. Pfad kopieren: Klicken Sie die Zertifikatsdatei im Explorer mit gedrückter Umschalttaste rechts an und wählen Sie Als Pfad kopieren. Der Pfad liegt dann samt Anführungszeichen in der Zwischenablage.
  3. Datei angeben: Tippen Sie in der PowerShell $f = ein, fügen Sie den Pfad ein (Strg + V) und drücken Sie die Eingabetaste. Die Zeile sieht etwa so aus: $f = "C:\Users\name\Downloads\VHN Zertifikat.p12". Die Anführungszeichen müssen dabei sein.
  4. Prüfen: Kopieren Sie den folgenden Befehl und drücken Sie die Eingabetaste:

    Get-PfxData -FilePath $f -Password (Read-Host -Prompt "PIN" -AsSecureString)
    
  5. Bei PIN: geben Sie ihren Zerifikats PIN ein und drücken die Eingabetaste. Die PIN erscheint dabei als Sternchen.

Für eine weitere Datei wiederholen Sie die Schritte 2 bis 5. Was die Ausgabe bedeutet, steht unter Ergebnis deuten.

Unter macOS prüfen

Sie geben zuerst an, welche Datei geprüft wird, und starten dann die Prüfung mit einem Befehl, den Sie unverändert übernehmen.

  1. Öffnen Sie das Terminal: Programme › Dienstprogramme › Terminal, oder über die Spotlight-Suche (⌘ + Leertaste) mit „Terminal".
  2. Datei angeben: Tippen Sie f= ein, ohne Leerzeichen dahinter. Ziehen Sie dann die Zertifikatsdatei aus dem Finder in das Terminalfenster – ihr Pfad wird direkt hinter f= eingefügt – und drücken Sie die Eingabetaste. Die Zeile sieht etwa so aus: f=/Users/name/Downloads/VHN\ Zertifikat.p12
  3. Prüfen: Kopieren Sie den folgenden Befehl – fahren Sie dazu mit der Maus über den Kasten und klicken Sie auf die Kopier-Schaltfläche, die oben rechts erscheint. Fügen Sie ihn im Terminal ein (⌘ + V) und drücken Sie die Eingabetaste:

    openssl pkcs12 -noout -in "$f" && echo "PIN passt"
    
  4. Bei Enter Import Password: geben Sie die PIN ein und drücken wieder die Eingabetaste. Die PIN wird beim Tippen nicht angezeigt, auch keine Sternchen – das ist so gewollt.

Für eine weitere Datei wiederholen Sie die Schritte 2 bis 4. Was die Ausgabe bedeutet, steht unter Ergebnis deuten.

Unter Linux prüfen

Sie geben zuerst an, welche Datei geprüft wird, und starten dann die Prüfung mit einem Befehl, den Sie unverändert übernehmen.

  1. Öffnen Sie ein Terminal, etwa über das Anwendungsmenü mit „Terminal".
  2. Datei angeben: Tippen Sie f= ein, ohne Leerzeichen dahinter. Ziehen Sie dann die Zertifikatsdatei aus der Dateiverwaltung in das Terminalfenster – ihr Pfad wird direkt hinter f= eingefügt – und drücken Sie die Eingabetaste. Die Zeile sieht etwa so aus: f='/home/name/Downloads/VHN Zertifikat.p12'. Lässt Ihr Terminal das Hineinziehen nicht zu, tippen Sie den Pfad in Anführungszeichen ein: f="/home/name/Downloads/VHN Zertifikat.p12"
  3. Prüfen: Kopieren Sie den folgenden Befehl – fahren Sie dazu mit der Maus über den Kasten und klicken Sie auf die Kopier-Schaltfläche, die oben rechts erscheint. Fügen Sie ihn im Terminal ein (meist Strg + Umschalt + V) und drücken Sie die Eingabetaste:

    openssl pkcs12 -noout -in "$f" && echo "PIN passt"
    
  4. Bei Enter Import Password: geben Sie die PIN ein und drücken wieder die Eingabetaste. Die PIN wird beim Tippen nicht angezeigt, auch keine Sternchen – das ist so gewollt.

Für eine weitere Datei wiederholen Sie die Schritte 2 bis 4. Was die Ausgabe bedeutet, steht unter Ergebnis deuten.

Ergebnis deuten

Ausgabe Bedeutung Was tun
Windows: Angaben zum Zertifikat, darunter EndEntityCertificates
macOS, Linux: PIN passt (je nach Version davor MAC verified OK)
Die PIN öffnet die Datei. Registrieren Sie das Postfach mit dieser PIN.
Windows: Das angegebene Netzwerkkennwort ist falsch.
macOS, Linux: Mac verify error: invalid password?
Die PIN passt nicht zu dieser Datei. Siehe Wenn die PIN nicht passt.
macOS, Linux: eine Meldung mit unsupported Die PIN stimmt, die Datei ist aber mit einem älteren Verfahren verschlüsselt, das neuere OpenSSL-Versionen nur auf Anforderung lesen. Prüfen Sie mit dem Befehl unter dieser Tabelle.
Windows: eine Meldung, dass die Datei nicht gefunden wurde
macOS, Linux: No such file or directory
Unter dem angegebenen Pfad liegt keine Datei. Geben Sie die Datei erneut an (Windows Schritte 2 und 3, macOS und Linux Schritt 2).
macOS, Linux: eine Meldung mit asn1 encoding routines Die Datei ist keine gültige Zertifikatsdatei oder beschädigt. Beziehen Sie die Datei erneut von der Stelle, die sie ausgestellt hat.

Bei der Meldung unsupported prüfen Sie unter macOS und Linux mit diesem Befehl statt des obigen:

openssl pkcs12 -legacy -noout -in "$f" && echo "PIN passt"

Meldet auch dieser Befehl einen Fehler, der legacy erwähnt, fehlt auf Ihrem System die Unterstützung für ältere Verfahren. Prüfen Sie die Datei dann unter Windows, oder wenden Sie sich an Ihre IT-Abteilung.

Wenn die PIN nicht passt

Prüfen Sie zuerst die häufigsten Ursachen:

  • Groß- und Kleinschreibung: Die PIN unterscheidet zwischen beiden.
  • Tastaturbelegung: Auf einer englischen Tastatur sind unter anderem Y und Z vertauscht, Sonderzeichen liegen auf anderen Tasten.
  • Kopierte PIN: Beim Kopieren geraten leicht Leerzeichen an den Anfang oder das Ende.
  • Vertauschte PINs: Postfachzertifikat und VHN-Zertifikat haben verschiedene PINs. Prüfen Sie, ob Datei und PIN zusammengehören.

Passt die PIN danach immer noch nicht, wenden Sie sich an die Stelle, von der Sie die Zertifikatsdatei erhalten haben. Vertama kann die PIN einer Zertifikatsdatei nicht wiederherstellen.

Die PIN nicht in den Befehl schreiben

Geben Sie die PIN nur an der Eingabeaufforderung ein, nicht als Teil des Befehls. Was im Befehl steht, bleibt im Verlauf von Terminal oder PowerShell gespeichert.